25 Note Pedal Board selbstgebastelt

Rund um Geräte mit den älteren Boards HX3.1 bis HX3.4 (mk4) und HOAX 2

Moderator: happyfreddy

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happyfreddy
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Re: 25 Note Pedal Board selbstgebastelt

Beitrag von happyfreddy »

Hi,
Für das Pedal ist nur die BASS 25 Platine erforderlich.
Hier werden die Kontakte des Pedals von 1 - max 25 Tasten angeschlossen.
Die Kontakte schließen jeweils gegen GND = MASSE.
Kabellänge vom BASS 25 Board zum HX 3 möglichst kurz ( ca 10 cm )
Kabellänge zum Pedal ist unkritisch.
Ich verwende meist sogenannte Druckerkabel mit 25 pol Sub D Stecker.
Diese Kabel haben 26 Adern ! Die Abschirmung liegt auf dem Gehäuse als 26ter Anschluß. Dieser wird dann als GND Leitung benutzt.
Für das Pedal und seine Kontakte ist es sinnvoll hier Federkontakte bzw Reedkontakte zu verwenden. MIkroschalter sind aufgrund der Geräuschentwicklung ( Klicken ) weniger geeignet.
Federkontakte haben den Vorteil, daß hier ein Pedaltastenhub weniger berücksichtigt werden muß
Bei Reedkontakte ist eine Justage erfoderlich. Da sie aus einem Glaskörper bestehen ist hier Fingerspitzengefühl erforderlich damit diese nicht zerbrechen. Die Anschlußdrähte auf jeden Fall nicht unmittelbar am Glaskörper biegen , der bricht sofort
Als Auslöser für die Reedkontakte fungieren hier kleine Rundmagnete mit Loch für die Befestigung an der Pedaltaste.

Für die Zugriegel ( einfach oder Doppeset) können die angebotenen Platinen und Zugriegel verwendet werden.
Die eigentlichen Umschalter zwischen den zwei Sets werden auf einer Zugriegelplatine bestückt, ein separater Umschalteranschluß ( KIppschalter etc ) ist einzeln herausgeführt
happyfreddy
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Re: 25 Note Pedal Board selbstgebastelt

Beitrag von happyfreddy »

Hi,
In das original Expandergehäuse wird man solche Zusätze sicher nicht hineinbekommen, dafür ist es zu klein.
Wenn man sowas vorhat muß man ein passendes Gehäsue selbst erstellen.
Bei solchen Gelegenheiten wird man, wenn man schon Zugriegelsätze vorsieht, sich an deren mechanischen Abmessungen
orientieren. In dem Fall wird man in kompakter Bauweise auch nur je einen Zugriegelsatz pro Manual vorsehen plus die
drei Zugriegel für das Pedal. Hier kann dann der 12 fach Satz incl Pedalzugriegel sowie ein 9 fach Satz als Basis dienen.
Damit ist man dann schon bei einer Breite von ca 44 cm angelangt. Wird ein doppelter Zugriegelsatz pro Manual angestrebt
sollte man gleich auf eine Orgelversion wechseln, da hier die Breite eines 5 Oktaven Manuals erreicht wird.

Was das Pedal und dessen Anschluß angeht so ist folgende Lösung praktikabel und erprobt.
Vom Bass 25 Board wird ein Flachbandkabel 26 adrig zu einer 25 pol SUB Buchse geführt.
Wie man die Anschlußpins belegt ist Ermessensache. Das Gehäuse ( Metallummantelung der Pins ) wird in jedem Fall
GND = MASSE Anschluß.
Der Stecker des Druckerkabels kommt dann von außen in diese Buchse.
Das Druckerkabel hat am anderen Ende einen Centronics Stecker. Dieser wird abgeschnitten und die Adern einzeln aufgetrennt.
Diese werden dann entweder direkt an die Kontakte des Pedals gelötet oder aber eine zweite Sub D Steckverbindung dazwischen eingefügt.
In dem Fall das Kabelende mit einer SUB D Buchse versehen und den SUB D Einbaustecker im Pedalkasten einbauen und dann von dort aus
die Kontakte verdrahten.

Vollpedalbau:

Wenn keinerlei Erfahrung damit vorhanden sollte man sich zunächst die BDO Norm für Pedale zu gemüte führen oder - sicherlich einfacher
auf vorhandene gebrauchte Vollpedale zurückgreifen.
Solche Vollpedale mit 25 Tasten - meist strahlenförmig wie bei Hammond gibt es ab und zu bei Ebay.
Verwendbar sind zB solche von Wersi für die Orgeln Helios oder Delta / Spectra. Pedale für die Saturn oder Galaxis haben 30 Tasten was vom HX 3 nicht unterstützt wird. Verwenden kann man sie zwar nur hier sind dann 5 Tasten ohne Funktion.
Pedale von Dr Böhm sind auch verwendbar nur mit deren Kontakteinheiten kenn ich mich nicht so aus. Außerdem haben die eine speziell geformte Federn unter dem Pedal zur Rückführung der Taste in Ruhelage
Pedale der Helios oder Delta / Spectra sind schon mit Federkontakten ausgestattet , deren Verdrahtungsmatrix man nur verändern muß auf EINZELKONTAKTE gegen eine einzelne Sammelschiene ( GND ) . Dies kann hier sehr einfach realisiert werden weil nur Leiterbahnen unterbrochen und neu verdrahtet werden müssen. Dazu braucht man noch nicht einmal die Kontakeinheit - Platinen ausbauen sondern nur die Abdeckung entfernen !
Wenn man jedoch unbedingt selbst bauen will muß man bei der Holzauswahl aufpassen.
Für die Tasten nur Harthölzer wie Buche oder Esche verwenden. Dies müssen getrocknet und geradlinig sein.
Jede Taste muß vorn am Kontakträger geführt sein zwischen zwei Rundstäben und mit Filz versehen.
Der vordere Pedalkasten wird mit dem hinteren mit den lagern der Tasten über nur 4 Streben verbunden.
Diese Streben verlaufen genau an den Stellen wo eine Halbtontaste fehlt, also jeweils zwischen H und C sowie E und F.

wird weitergeführt .......
dvmwest
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Re: 25 Note Pedal Board selbstgebastelt

Beitrag von dvmwest »

Hallo,

ich habe mir ein BASS 25 Board mit einem Centronix 36 gebaut. Siehe Foto.
http://lug-owl.de/~michael/Pedale1.JPG

Die kleine Platine kommt in das Pedale, kabel ist Stecker-Stecher.

Man könnte natürlich auch das Pedal via "MIDI" an den Expander anschliessen.

Um an ein 25'er Pedal zu kommen habe ich mit in den Kleinanzeigen eine defekte Hammon-Grandee für kleines Geld besorgt. Die Elektronik war zwar Schrott aber das Pedal war die mühe wert.
So ein Pedal-Eigenau ist recht aufwendig siehe hier:

http://www.fagerjord.org/index.php/orga ... edal-board

Michael
happyfreddy
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Re: 25 Note Pedal Board selbstgebastelt

Beitrag von happyfreddy »

Fortsetzung.........

Der vordere Pedalkasten trägt neben der Pedaltastenführung nur die eigentlichen Kontakte.
Bedingt durch die Verbindungsstreben zum hinteren Pedalkasten entstehen somit 5 Kammern, sodaß man die Kontaktfeder Halterungen
( Platinen ) dort unterbringen kann.
Der hintere Pedalkasten dient nur der Lagerung der 25 Tasten.
Ich ziehe es immer vor, als Feder Blattfedern zu benutzen die an den hinteren Enden der Tasten befestigt werden.
Das herausragende Ende dieser Federn wird über einen in den Pedalksten eingelassen Metallrundstab geführt ( Silberstahl ) und dann mittels Schraube in einer Hartholzhalterung verschraubt. Der erfoderliche Tastendruck wird mittels dieser Schraube eingestellt. Da hier mehrere Kilopond an Kraft einwirken sollte diese Schraube aus Edelstahl sein. Es ist nicht erforderlich hier Gewindeschrauben zu verwenden , gute Holzschrauben erfüllen auch so den Zweck.Die Federn werden so eingestellt daß die Taste sicher am oberen Anschlag liegt und nach Betätigung nicht flattert
Im Vorderen Pedalkasten werden die Tasten ja zwischen zwei Rundstäben mit seitlichem Filz geführt. Am obern und unteren Ende müssen jedoch Dämpfungsfilze angebracht werden. Diese Filze sollten jedoch weich sein mit ca 2 cm Stärke. Erhältliche Filze aus Baumärkten sind zu hart und verursachen Geräusche. Fündig wird man hier mit Filzen beim Klavierbauer oder bei Spezialfirmen für Orgelbau wie Laukuff wo man auch Blattfedern bekommt.
Die Tasten selber wiegesagt aus Hartholz. Hier sind zusammen mit Ganztontasten , Halbtontasten sowie den 4 Verbindungsstreben verschiedene Profile erforderlich.
Verbindungsstreben und Haltontasten aus quadratischem Material. Die eigentlichen Halbtonstummel leimt man da auf das Kantholz auf bezw macht es ähnlich wie Hammond indem man sie anschraubt. Die Trittfläche der Halbtontasten entweder mit Bootslack behandeln oder sogenannte KEDERBÄNDER einschlagen. Kederbänder sind die früher bei Küchentischen verwendeten Umrandungen (halbrundes T Profil ). In Berlin gibt es noch eine Firma die solche Artikel liefert.
Die Ganztontasten haben ein Rechteckprofil.
Notwendig sind diese Unterschiede deswegen damit man bei getretener Ganztontaste nicht unabsichtlich eine danebenliegende Halbtontaste mittritt.
Wiegesagt die einfachste Lösung sind hier desolate Vollpedale die andere vielleicht achtlos entsorgen.
Zb wie dieses hier sogar mit Chromauflage auf den Ganztontasten.
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Da bei diesem Pedal die vordere Führung eine Nut aufwies in der ein Metallstift für die Führung sorgte wurde dies auch gleich übernommen und der vordere Pedalkasten entsprechend ausgelegt.
Ein stirnseitige Bohrung für die Kontaktfeder war damit jedoch nicht möglich und wurde deswegen seitlich vorgenommen durch eine
entsprechende Aderendhülse.
Als eigentliche Kontakfeder eignen sich neben echten Kontaktfedern aus alten Orgeln genausogut umwickelte Gitarrensaiten , die man obendrein auch noch verlöten kann :lol:
In jedem Fall sollten Kontaktfedern immer in Aderendhülsen geführt werden. In purem Holz kann es bei Quellen des Holzes zu Stauchungen kommen.
Die Bohrungstiefe richtet sich nach dem Pedalweg, sodaß mindestens die Länge einer Aderendhülse am tiefsten Punkt wenn Taste getreten in der Hülse verbleibt. Logischerweise muß dann das Bohrloch auch die entsprechende Tiefe aufweisen um in Ruhelage der Taste der Feder auch noch genügend Platz zu lassen.
Bei der Justage solcher Federn ist darauf zu achten, daß der eigentliche Kontaktpunkt schon nach ca 5 mm Treten der Taste erreicht ist.
Wird die Taste dann bis zum Anschlag weitergetreten, bleibt der Kontakt geschlossen nur der Federarm folgt dann der Tastenbewegung.
Dadurch wird relativ sicher ein PRELLEN des Kontaktes vermieden.

Gerade bei Reedkontakten hat man hier das Problem, daß der Kontakt zwar bei Treten geschlossen wird, jedoch auf dem Weg bis zum Anschlag der Taste am tiefsten Punkt hier der Reedkontakt schon wieder öffnet, weil der Magnet schon dran vorbei ist. Wird dann die Taste losgelassen erfolgt ein weiterer Kontakt für diese Taste. Man hört dann Doppletöne - logisch.
Abhilfe schaffen hier nur mehrere Magnete, die den Tastenkontakt so auf jeden Fall geschlossen halten, wenn die Taste betätigt wird.

Was man beim Pedalbau in jedem Fall im HInterkopf haben muß ist der Fakt, daß durch Fußbetätigung Kräfte von mehreren Kilopond wirken.
Eine Vollpedaltaste muß es auch verkraften wenn man mit beiden Füßen drauf steht.

Die gezeigten BIlder von einer Vollpedal Fertigung sind natürlich schon oberste Liga. Solch ein Pedal - doppelt geschweift - ist nicht einfach zu bauen da sehr große Radien erforderlich sind bei der Konstruktion :
Haltontasten im Radiius angeordnet und dazu noch eine konkave Form des Pedals .... Hut ab
Sowas war früher bei Theaterorgeln üblich und ist Standard im sakralen Pedalbau, dort jedoch mit parallel geführten Tasten und nicht strahlenförmig.
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